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Hydraulische Scheibenbremse

Die hydraulischen Scheibenbremsen haben sich bei vielen Fahrrädern durchgesetzt wegen ihrer enormen Bremskraft. Ob Rennrad, Mounatinbike, Touren- oder Gravelbikes die Scheibenbremse ist die erste Wahl. Für jeden Einsatzberich gibt es die passende Bremse, kleine und große Bremsscheiben, 2- oder 4-Kolbenbremse mit verschiedenen Bremsbelägen. Aber leider ist dieser Bremsentyp nicht wartungsfrei, besonders die Verschleißteile wie die Bremsscheibe und der Bremsbelag müssen gepflegt und instandgesetzt werden. Damit deine Bremse auch noch nach Jahren gut funktioniert findest du hier ausführliche Anleitungen dazu.

Funktionsweise einer hydraulischen Scheibenbremse

Das Prinzip der hydraulischen Scheibenbremse ist dass der Geberkolben mit wenig Handkraft im Bremsgriff die Bremsflüssigkeit an den Geberkolben der mit einer größeren Kraft beaufschlagt wird überträgt. Einfach erklärt, mit wenig Handkraft die Bremsbeläge mit großer Kraft an die Bremsscheibe drücken. Der Grundsatz von Flüssigkeiten in einem Behälter ist dass der Druck an jeder Stelle gleich ist.
Mit einer kleinen Fläche wird die Flüssigkeit auf eine große Fläche gedrückt, mit mehr Flüssigkeit an der großen Fläche kann auch mehr Kraft weitergegeben werden. Daher die Handkraft bei jedem Fahrer anders ist, kann man mit Übersetzungs-verhältnissen rechnen.
Das System von Geberkolben zu Nehmerkolben hat eine Übersetzung und der Bremshebel hat auch eine Kraftübertragung auf den Geberkolben und daher
auch eine Übersetzung.

F1 = Kraft die vom Bremshebel auf den Geberkolben wirkt
A1 = Kreisläche vom Geberkolben im Bremsgriff
F2 = Kraft mit der die Bremsbeläge an die Bremsscheibe gedrückt wird vom Nehmerkolben
A2 = Kreisfläche vom Nehmerkolben im Bremssattel
p= Druck der Bremsflüssigkeit im System ist an jeder Stelle gleich
i= Übersetzung i< 1= Kraftverstärkung

p= F1/A1 = F2/A2
F1/A1 = F2/A2
F1 = F2/A2/A1
i= F1/F2 = A1/A2 = D1²/D2²

Beispiel:

Shimano Deore XT  BR-M755 (4 Kolben)
Durchmesser Geberkolben ( Bremshebel): 10 mm
Durchmesser Nehmerkolben (Bremssattel): 13,5 mm und 15,4 mm

Übersetzung System Hydraulik: 1:4,2
Rechenweg:
Nehmerkolben: 13,5² + 15,4² = ca. 420
Geberkolben: 10² = 100
Übersetzung System: 100/420 = 1:4,2

Die Übersetzung vom Bremshebel ist je nach Bauart vorgegeben und ist in diesem Fall: 1:5,4

Übersetzung System * Übersetzung Bremshebel = 4,2 * 5,4 = 22,7 = 1:22,7

Bremsbeläge wechseln

Ob Trail, steile Abfahrt oder im Straßenverkehr eine gut funktionierende Bremse ist unerlässlich. Ein Wechsel der Bremsbeläge kann nicht nur durch Verschleiß verursacht werden. Den Bremsbelag einer Scheibenbremse zu wechseln erfordert auch keine großen technischen Kenntnisse.                              

Passende Bremsbeläge für die hydraulische Scheibenbremse findest du hier!

Wann sollte der Bremsbelag erneuert werden?

 

Verschleiß:

Wenn sich die Bremse durch ein lautes Quietschen bemerkbar macht und die Bremskraft nachläßt, trifft wahrscheinlich die Feder oder die Trägerplatte auf die Bremsscheibe ( Metall auf Metall). So weit solltest du es nicht kommen lassen und daher regelmäßig die Dicke der Bremsbeläge nachmessen, die Dicke sollte inklusive der Trägerplatte mindestens 2,5 mm betragen. Du kannst dieses Maß am Besten mit einem Messschieber messen.

Verglasung der Beläge:

Eine deutliche geringere Bremskraft kann auf verglaste Bremsbeläge deuten, optisch sieht die Oberfläche vom Bremsbelag wie eine polierte Fläche aus. Die Ursache resultiert daraus, dass man die Bremse schleifen hat lassen oder die Bremse nicht korrekt eingefahren wurde. Neue Bremsbeläge sind nicht ganz eben, daher trifft der Belag nur punktuell auf die Bremsscheibe und erhitzt dadurch sehr stark. Bei neuen Bremsbelägen sollen ca. 20-30 Bremsungen schnell und kraftvoll von 30km/h auf 15 km/h durchgeführt werden. Durch das Einbremsen werden die Bremsbeläge angeraut und eben zur Bremsscheibe angeschliffen. Auf langen und steilen Abfahrten solltest du nicht mit leicht angezogenen Bremsen fahren. Die Bremsbeläge erhitzen zu stark und es lösen sich Bindemittel aus dem Belag, die mit der Hitze zur Verglasung führen. Bremse immer kraftvoll und schnell!

Ölfilm:

Ein Ölfilm auf der Bremse kann schon von einem leichten Sprühnebel vom Antrieb reinigen entstehen. Verwende deshalb Kettenreiniger aus der Sprühflasche mit Bedacht. Auch durch ölige Hände beim Schrauben oder eine undichte Stelle an der Bremse können die Bremsbeläge und die Bremsscheibe mit Öl benetzen. Hier hilft meistens nur  noch der Wechsel der Bremsbeläge und ggf. der Bremsscheibe. Es gibt noch Tricks wie z.B. die Bremse an einer steilen Abfahrt schleifen zu lassen, die erzeugte Hitze soll den Ölfilm verdampfen lassen. Aber in den meisten Fällen bringt diese Methode nur mäßigen Erfolg, weil die Poren der Bremsbeläge sich zu schnell mit Öl vollsaugen.

Bessere Bremsleistung:

Jeder Hersteller von Bremsbelägen verwendet verschiedene Materialen mit unterschiedlichen Eigenschaften um eine gute Bremsperformance zu erreichen.
Bist du unzufrieden mit der Bremsleistung, quietscht die Bremse oder hast du einen zu hohen Verschleiß der Beläge kann ein Belagwechsel die Lösung sein.

 

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Anleitung zum Bremsbeläge wechseln

Der Wechsel der Bremsbeläge wird hier bei einer Sram Code RSC durchgeführt. Die Vorgehensweise bei anderen hydraulischen Scheibenbremsen ist identisch.

 

Arbeitszeit: ca. 20 Minuten

Werkzeug: Inbus Gr.2, Inbus Gr.5

1. Vorbereitung der Demontage

Um die Demontage der Bremsbeläge zu erleichtern solltest du die Laufräder ausbauen.Idealerweise fixierst du dein Fahrrad dazu in einem Montageständer. Achte darauf das bei dieser Arbeit deine Hände frei von Öl und sonstigen Schmiermitteln sind. Am Arbeitsplatz sollten sich auch keine offenen Behälter oder Sprühflaschen mit Schmiermittel befinden.

 

2. Alte Bremsbeläge demontieren

Hast du einen Bremshebel mit Druckpunktverstellung, dann stelle die Rändelmutter mittig ein. Somit kannst du am Ende den Leerweg vergößern oder verkleinern.
Danach wird die Sicherungsscheibe am Ende der Schraube beim Bremssattel mit den Händen entfernt. Bei einigen Bremssatteln befindet sich ein Splint der am Ende hochgebogen ist, diesen kannst du am Besten mit einer Spitzzange gerade biegen. Die Schraube wird dann gegen den Uhrzeigersinn herausgedreht. Nun greifst du die Bremsbeläge an der Durchgangsbohrung von der Schraube und drückst sie etwas zusammen. Bei manchen Modellen von Bremssätteln kannst du die Bremsbeläge nur in einem bestimmten Winkel entfernen. Entferne die Beläge mit der Feder, die Feder dient dazu die Beläge von der Bremsscheibe wieder wegzudrücken nach dem Bremsen.

 

3. Bremssattel und Bremsscheibe reinigen

Bevor du neue Bremsbeläge montierst sollst du die Bremsscheibe und den Bremssattel vom Bremsstaub und sonstigen Verunreinigungen befreien. Für die  Reinigung des Bremssattels und der Kolben kannst du ein Wattestäbchen, Zahnbürste oder ein Tuch verwenden. Benutze keine aggressiven Lösungsmittel für den Bremssattel, sie können die Dichtungen angreifen. Benutze für die Reinigung einen Bremsenreiniger.

 

4. Kolben in den Bremssattel drücken

Die neuen Bremsbeläge werden dicker sein wie die Alten, damit diese in den Bremssattel passen mußt du die Kolben zurück drücken. Nehme dafür einen Reifenheber aus Kunststoff und versuche den Kolben ohne ihn zu verkippen in den Bremssattel hinein zu drücken. Am Kolben befinden sich Dichtungen im Bremssattel die durch zu starke Neigung des Kolben beschädigt werden  können.

 

5. Neue Bremsbeläge montieren

Setze die 2 Bremsbeläge in die Aussparungen der Feder, die Feder darf nicht auf den Bremsbelag liegen sondern nur auf der Trägerplatte. Führe nun die Bremsbeläge und die Feder wieder in den Bremssattel. Drehe die Schraube wieder in den Bremssattel und vergesse nicht die Sicherungsscheibe in die Nut der Schraube zu drücken.  Die Sicherungsscheibe verhindern das Rausfallen der Schraube, sollte diese sich durch Erschütterungen lockern.

 

6. Einstellung des Bremshebelweg

Montiere wieder die Laufräder in dein Fahrrad. Ziehe jetzt am Bremshebel, wenn du einen zu geringen Leerweg hast kannst du die Druckpunktverstellung aufdrehen.
Hat deine Bremse keine Druckpunktverstellung , dann fahre die Bremsbeläge ein. Nach einigen Bremsungen ergibt sich von selbst ein Leerweg, wenn sich die Bremsbeläge abschleifen. Sollte der Leerweg für dich zu groß sein, kannst du die Kolben etwas raus pumpen. Entferne dazu nochmals den Bremsbelag und betätige mehrmals den Bremshebel, beobachte dabei die Kolben wie sie aus dem Bremssattel raus kommen. Gehe bei dieser Methode vorsichtig vor und drücke die Kolben nicht zu weit heraus. Setze nun die Bremsbeläge wieder ein. Diese Methode kannst du auch anwenden wenn der Leerweg größer wird durch Verringerung des Bremsbelags.

 

7. Einfahren der Bremsbeläge

Die Bremsbeläge sind nicht 100% eben gefertigt und liegen daher nur mit einigen Spitzen auf der Bremsscheibe, daher hat man nach den ersten Bremsungen nur eine geringe Bremskraft. Auch ein anfängliches Schleifen kann damit beseitig werden. Bremse schnell und kraftvoll ca. 20-30 von 30 km/h auf 15 km/h ab.
Sollte die Bremse immer noch nach einigen Ausfahrten Schleifen, dann richte sie aus in dem du die Befestigungsschrauben vom Bremssattel mit einem Inbus Gr. 5 um 2 Umdrehungen löst. Halte dann den Bremshebel gedrückt und ziehe gleichzeitig die Befestigungsschrauben wieder mit 5-7 Nm an.

 

Bremsscheibe wechseln

Die Bremsscheibe ist ein Verschleißteil am Fahrrad und muß deswegen in bestimmten Zeitabständen geprüft, gewechselt werden. Nicht nur die natürliche Abnutzung kann ihr zusetzen, auch Schmutz, Hitze und Stürze können die Scheibe beschädigen. Heutzutage gibt es 2 verschiedene Montagearten bei den Bremsscheiben, die 6-Loch Bremssscheibe die mit 6 Schrauben an der Aufnahme vom Laufrad verschraubt wird und die Centerlock- Aufnahme bei der die Bremse mit einem Vielzahn am Laufrad befestigt wird. Der Bremsscheibenwechsel stellt keine große Herausferderung da an einem Hobbyschrauber.

 

Wann muß eine Bremsscheibe gewechselt werden?

Verschleiß

Die Bremsscheibe besteht aus dem harten Werkstoff Stahl und ist daher weniger betroffen vom Abrieb wie die Bremsbeläge. Dennoch muß sie gewechselt werden wenn sie die Mindestdicke von 1,5- 1,7mm unterschreitet, diese Angabe ist vom Modell abhängig und ist gewöhnlich auf den Bremsscheiben eingraviert. Wenn nicht erkundige dich beim Fahrradhändler oder auf der Webseite vom Hersteller. Sie kann mit dem Messschieber gemessen werden. Messe in regelmäßigen Abständen die Dicke der Bremsscheibe, am Laufrad vorne wird sie schneller abnutzen weil dort die höheren Bremskräfte aufgenommen werden. Eine neue Bremsscheibe hat eine Dicke zwischen 1,90- 2,10 mm.

 

Schlagstellen

Bei Trailabfahrten mit Wurzeln, Steinen und Geröll kann die Bremsscheibe schon mal aufsetzen oder an einem harten Gegenstand streifen. Auch aufgewirbelte Steine können gegen die Bremsscheibe fliegen und somit Schlagstellen verursachen. Eine Schlagstelle verursacht eine Materialverdrängung und somit ein abstehendes Material ( Grat). Die Folge ist dass der Bremsbelag nicht mehr mit der kompletten Fläche bremst, sondern nur noch auf dem Grat, damit wird auch der Bremsbelag auf Dauer beschädigt. Der Grat macht sich bemerkbar durch Schleifen des Bremsbelags in regelmäßigen Abständen. Kleinere Grate, Abhebungen können mit der einer Feile verschliffen werden. Größere Schlagstellen und Aufsetzter könnten auch die Bremsscheibe verbogen haben oder irreparabel beschädigt haben und müssen getauscht werden.

 

Verbogene Bremsscheibe

Eine verbogene Bremsscheibe kann von Aufsetzern, einen Sturz kommen oder wenn die Bremsscheibe für längere Zeit großer Hitze ausgesetzt wurde. Die Verbiegung macht sich durch regelmäßige Schleifgeräusche an den Bremsen bemerkbar. Die Ursache für die Verbiegung durch Hitze ist meistens das Schleifen lassen der Bremse. Bei kleinen Unebenheiten kann man versuchen die Bremsscheibe wieder gerde zu biegen mit einem Bremsscheiben Werkzeug.

 

Ölfilm

Beim Reinigen des Antriebs und durch das Schrauben mit öligen Händen kann es vorkommen das die Bremsscheibe versehentlich mit Öl benetzt wird. Merkst du es nicht sofort, saust du dir bei der nächsten Ausfahrt auch noch die Bremsbeläge ein. Eine Bremsscheibe kannst du noch versuchen mit Bremsenreiniger vom Öl zu befreien. Die Bremsscheibe besteht  aus Stahl einem Werkstoff mit einer hohen Festigkeit und Teilchen mit einer guten Bindung und daher weniger Poren. Die Bremsbeläge sind aus einem weicheren Werkstoff bei dem die Teilchen ( Atome) eine wenig festere Bindung eingehen und dadurch auch mehr Poren vorhanden sind die sich
schneller mit Öl vollsaugen können.

Anleitung zum Bremsscheiben wechseln

Die Anleitung zeigt eine Sram Centerline 200 mm 6-Loch Bremsscheibe.

Werkzeug ( Center-Lock):

Centerlock Werkzeug
24er Nuss
Drehmomentschlüssel

Werkzeug ( 6-Loch):

T25 Torx
Drehmomentschlüssel

 

1. Vorbereitung

Für eine bequeme Montage der Bremsscheibe fixiere dein Fahrrad in einem Montageständer oder hänge es am Lenker oder Sattel auf, so dass die Reifen
Bodenfreiheit haben. Baue die Laufräder aus und entferne von deinem Arbeitsplatz sämtliche Schmiermittel. Reinige deine Hände und zieh dir ggf.
Arbeitshandschuhe an. Lege die Laufräder am besten auf den Boden.

 

2. Alte Bremsscheibe demontieren

Hast du eine 6-Loch Aufnahme am Laufrad, dann öffne die Schrauben in dem du sie gegen den Uhrzeigersinn herausdrehst. Sollte an deinem Rad eine Centerlock Aufnahme sein, dann stecke das Centerlock Werkzeug in eine 24er Nuss oder Ringschlüssel und öffne den Sicherungsring gegen den Uhrzeigersinn. Ziehe dann einfach die Bremsscheibe ab.

 

3. Neue Bremsscheibe montieren

Lege jetzt die Bremsscheibe auf die Aufnahme, achte dabei auf die Drehrichtung die mit einem Pfeil auf der Bremsscheibe angegeben ist. Der Pfeil muß in die selbe Richtung zeigen wie das Laufrad sich dreht. Die beiliegenden Schrauben sind mit blauen Schraubenkleber versehen, solltest du die alten Schrauben wieder verwenden dann benetze sie mit blauen Schraubenkleber. Drehe jetzt die Schrauben mit der Hand rein und zum Schluß nimmst du den Drehmomentschlüssel und ziehst die Schrauben über
Kreuz an mit dem vorgegebenen Drehmoment an ( 6,2 Nm). Bei der Centerlock Aufnahme machst du es genauso, nur dass hier der Sicherungsring im Uhrzeigersinn erst mit der Hand aufgedreht wird. Und zum Schluß wird mit einem Drehmomentschlüssel mit 40-50 Nm angezogen. Die Anzugsmomente entnimmst du direkt von der Bremsscheibe, dem Sicherungsring oder der beiliegenden Beschreibung.

 

4. Testfahrt und Feinjustage

Zum Schluß machst du eine Testfahrt mit mehreren Bremsungen. Sollte die Bremsscheibe schleifen, dann fahre sie eine Weile ein. Bemerkst du keine Besserung, richte den Bremssattel neu aus. Löse dazu die Befestigungsschrauben vom Bremssattel um ca. 1 Umdrehung. Während du am Bremshebel ziehst, ziehe die Befestigungs-schrauben vom Bremssattel wieder mit 5-7 Nm an.
Ist dir der Leerweg vom Bremshebel zu kurz, dann versuche den Bremshebel mit der Druckpunktverstellung zu korrigieren. Hast du keine Druckpunktverstellung kannst
du die Bremskolben vom Bremssattel zurück drücken. Mache dazu die Befestigungs-schrauben vom Bremssattel auf und bewege den Bremssattel zum Laufrad hin und wieder vom Laufrad weg. Wiederhole das ein paar Mal und ziehe jetzt den Bremshebel während du die Befestigungsschrauben wieder mit 5-7 Nm anziehst.

Problemlösungen zur hydraulischen Scheibenbremse

 

Bremse schleift

Bevor du andere Ursachen im Verdacht hast solltest du den Bremssattel ausrichten. Löse dafür die 2 Befestigungsschrauben vom Bremssattel und ziehe dann den Bremshebel. Während du am Bremshebel betätigst ziehe die Befestigungsschrauben wieder mit 5-7 Nm fest. Sollte das keine Besserung bringen lese dir die folgenden Artikel durch.

Die Bremsscheibe kann sich durch Einwirken von Kräften verformen und wird uneben. Es gibt die Möglichkeit die Bremsscheibe mit einer Zange oder mit den Händen gerade zu richten, aber 100% eben wird sie nicht mehr und sollte daher besser getauscht werden. Zu dem eine unebene Bremsscheibe schleift und die Bremsbeläge ungleichmäßig abnützt beim Bremsen.

Die Bremsscheibe kann auch durch aufwirbelnde Steine oder durch anschlagen gegen Steine und Wurzeln beschädigt werden. Schläge verursachen immer eine Material- verdrängung die als sich als Grat ( abstehendes Material) sichtbar macht. Der Grat schleift dann an der Bremsscheibe. Kleine Beschädigungen kannst du noch mit einer Feile legalisieren. Eine verbogene Bremsscheibe und bei größeren Materialausbrüchen sollte die Bremsscheibe ausgewchselt werden, es besteht die Gefahr das sie brechen könnte.

 

Veringerte Bremskraft ( Bremse quietscht)

Verglaste Bremsbeläge bei denen die Oberfläche des Belags hart, spröde und aussehen wie eine polierte Fläche sollten getauscht werden.
Verglaste Bremsbeläge werden durch schleifen lassen der Bremsbeläge verursacht oder durch fehlerhaftes, weglassen des  Einfahren neuer Bremsbeläge. Beim Einfahren wird ca.20-30 mal von 30 km/h auf 15 km/h oder bis zum Stillstand abgebremst damit die Reste an Bindemittel und Harzen aus den Bremsbelägen ausgasen. Hohe Geschwindigkeiten werden durch Intervallbremsen reduziert in dem man mehrmals hintereinander schnell und kraftvoll am Bremshebel zieht.
Wer aus Kostengründen seine Bremsbeläge weiterfahren will, der kann versuchen die verglaste Oberfläche abzuschleifen. Dazu wird ein Schleifpapier mit 120- 150 Körnung mit der Hand auf der Werkbank fixiert. Der Bremsbelag wird kreuzweise über das Schleifpapier gezogen bis die polierte Fläche nicht mehr ersichtlich ist. Jetzt wird der Bremsbelag wieder montiert und eingfahren mit 20- 30 Bremsungen um den Bremsbelag zur Bremsscheibe eben zu schleifen.

Beim abgenutzten Bremsbelag schleift meistens nur noch die Trägerplatte oder die Feder auf der Bremsscheibe ( Metall auf Metall). So weit solltest du es nicht kommen lassen und regelmäßig die Dicke des Bremsbelags mit einem Messschieber prüfen. Die Dicke soll mit Bremsbelag und Trägerplatte mindestens 2,5 mm betragen. Eine Anleitung zum Wechseln der Bremsbeläge findest du hier!

Hast du beim Reinigen des Antriebs oder beim Schrauben die Bremsscheibe und die Bremsbeläge mit Öl benetzt wird die Bremsleistung stark gemindert und die Bremse quietscht lautstark. Die Bremsscheibe kannst du noch versuchen mit Bremsenreinger ölfrei zu bekommen, aber die Poren der Bremsbeläge saugen sich sehr schnell mit Öl voll und müssen meistens getauscht werden. Sind die Bremsbeläge relativ neu kannst du noch versuchen sie stark zu erhitzen damit das  Öl verdampft. Am Besten du fährst eine lange Abfahrt mit dauerhaft leicht angezogen Bremsen hinunter. Sollte sich die Bremswirkung danach nicht verbessern müssen die Bremsbeläge getauscht werden.

 

Bremshebel fühlt sich schwammig an ( weicher Druckpunkt)

Wenn sich der Bremshebel schwammig anfühlt beim Betätigen hat das Bremssystem meistens Luft gezogen. Öl ist im Gegensatz zu Luft weniger komprimierbar. Leider läßt jedes Bremssystem ob mit Mineralöl oder Dot Bremsflüssigkeit Luft ins System. Die angestaute Luft in der Bremse kann sich im Volumen ausdehnen und durch Betätigen des Bremshebel wird sie zusammengedrückt. Der Bremshebel fühlt sich beim Betätigen dann schwammig an, weil wir die Luft zusammen drücken. Transportiere das Fahrrad nicht für längere Zeit auf dem Kopf, das verursacht das die Luft in den Bremshebel wandert. Dann hilft nur noch die Bremse zu entlüften.

 

Leerweg vom Bremshebel zu groß

Läßt sich der Bremshebel bei jeder Ausfahrt immer weiter zum Lenkergriff ziehen, dann kann das auf Verschleiß der Bremsbeläge deuten. Sind die Bremsbeläge jeweils um 1 mm abgefahren macht das insgesamt schon 2mm mehr Abstand zur Bremsscheibe aus. Die automatische Belagzustellung funktioniert nicht immer einwandfrei und mit der Druckpunktverstellung ( optional) am Bremshebel kann man nur einige Millimeter ausgleichen. Es besteht noch die Option die Kolben vom Bremssattel rauszupumpen. Dabei entfernst du die Bremsbeläge und ziehst mehrmals am Bremshebel, beobachte dabei die Kolben. Gehe vorsichtig vor, du mußt die Bremsbeläge noch montieren können.

 

Fading

Bemerkbar macht sich Fading das sich der Bremshebel bei mehrmaligen Bremsen hintereinander immer weiter zum Griff durchziehen läßt. Bremsen ziehen Wasser aus der Luft an, dabei gibt es bei Dot und Mineralöl unterschiede. Dot Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch und bindet Wasser. Mineröl bindet kein Wasser und ist nicht hygroskopisch. Daher das Dot Öl hohe Siedetemperaturen hat ist es sehr hitzebeständig und verdampft bei ca. 200°. Mineröl bindet kein Wasser und Wasser hat eine Siedetemperatur von 100°. Das heißt erhitzt man eine Bremse mit Mineröl als Bremsflüssigkeit bei der sich Wasser im System angesammelt hat, dann verdampft das Wasser und das Volumen der Bremsflüssigkeit wird kleiner und das macht sich im Hebelweg bemerkbar. Bei Bremsen mit Dot als Bremsflüssigkeit kann das auch passieren, aber die Wahrscheinlichkeit ist niedriger. Daher sollst du die Bremse nicht zu sehr überhitzen oder sogar schleifen. Bremse auch im Intervall schnell und kraftvoll.

 

Kolben vom Bremssattel gehen schwergängig

Wenn die Bremse schleift oder der Bremshebel sich nicht mehr leichtgängig bewegen läßt, dann können die Kolben vom Bremssattel mit Schmutz verklebt sein. Reinige den Bremssattel bei ausgebauten Laufrad und Belägen gründlich. Danach mobilisiere die Kolben. Dazu baust du das Laufrad aus und demontierst die Bremsbeläge. Drücke die Kolben ohne sie zu verkanten in den Bremssattel hinein mit Hilfe eines Reifenhebers. Dann pumpst du die Kolben wieder raus in dem du den Bremshebel mehrfach betätigst und wiederholst den Vorgang so lange bis die Kolben wieder freigängig laufen.

 

Reinigen der Bremsanlage

Schmutz, Bremsstaub und sonstige Verunreinigungen sollten regelmäßig entfernt werden. Schmutz auf der Bremsscheibe kann tiefe Riefen und lautstarkes Quietschen am Bremsbelag und auf der Scheibe verursachen. Daher reinige deine Bremsscheibe regelmäßig.